GPT einführen: Governance, Datenschutz und Sicherheit nach dem Digital Omnibus
AI Act verschoben, DSK-Orientierungshilfen, Data Privacy Framework bestätigt: Was sich bei der Einführung von GPT im Mittelstand geändert hat.
KI-Grundlagen · 25. Juni 2026

Viele Unternehmen koppeln Sprachmodelle an eigene Dokumente, damit Mitarbeitende Fragen zu Verträgen, Handbüchern oder Angeboten stellen können. Diese Technik heißt Retrieval Augmented Generation, kurz RAG. Die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (DSK) hat dazu eine Orientierungshilfe veröffentlicht (Version 1.0, Stand Oktober 2025, 18 Seiten). Wir fassen zusammen, was für die Praxis zählt.
Nach der Orientierungshilfe kann RAG die Richtigkeit verbessern, weil die Antwort sich auf Referenzdokumente stützt. Fehlerhafte oder veraltete Daten lassen sich dort löschen oder aktualisieren, im Sprachmodell selbst ist das nicht möglich. Auch die Vertraulichkeit lässt sich besser steuern: Rechte- und Rollenkonzepte sowie Mandantentrennung greifen in der Datenbank, während sich im Modell selbst nicht festlegen lässt, wer welche Information sehen darf. Zudem kann ein kleineres Modell genügen, das sich unter Umständen im eigenen Haus betreiben lässt. Dann gehen keine personenbezogenen Daten an Betreiber großer Online-Modelle.
Die Orientierungshilfe ist kein Gesetz und kein Prüfkatalog, sondern die abgestimmte Auffassung der Aufsichtsbehörden. Sie beschreibt Besonderheiten von RAG und lässt andere Fragen offen, etwa das Training des Sprachmodells selbst. Beziehen Sie Ihre Datenschutzbeauftragte früh in das Vorhaben ein.
Beginnen Sie mit einem Bestand, den Sie kennen und kontrollieren, zum Beispiel Handbücher, Produktdatenblätter oder interne Richtlinien. Legen Sie Zugriffsrechte nach Abteilungen fest, protokollieren Sie die genutzten Quellen und lassen Sie die Antworten anfangs stichprobenartig prüfen. Die Orientierungshilfe ersetzt keine Rechtsberatung, liefert aber den Maßstab, an dem sich die Aufsichtsbehörden orientieren dürften.