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Strategie · 9. Juni 2026

Halbjahres-Check für Ihre KI-Projekte

Zur Jahresmitte lohnt ein ehrlicher Zwischenstand. Sieben Fragen, mit denen Sie Pilotprojekte einordnen und über das zweite Halbjahr entscheiden.
Ring aus Blättern und weißer Keramik vor dunkelgrünem Grund

Strategie 2 Min. Lesezeit Von Alexander Otto

StrategieKI-StrategieKennzahlenFührung & Kultur

Der Juni ist ein guter Zeitpunkt für eine Zwischenbilanz. Das erste Halbjahr ist vorbei, die Urlaubsplanung läuft, und Budgets für den Herbst werden festgelegt. Dieser Beitrag ist eine Arbeitsvorlage ohne Nachrichtenanlass. Nehmen Sie sich zwei Stunden, am besten gemeinsam mit den Verantwortlichen der laufenden Projekte.

Sieben Fragen

  • Was läuft? Listen Sie alle KI-Anwendungen mit Zweck, Datenart und verantwortlicher Person auf. Fehlt eine Zeile, fehlt vermutlich auch die Verantwortung.
  • Wird es genutzt? Ein Werkzeug, das lizenziert ist, aber nur von wenigen genutzt wird, kostet Geld ohne Wirkung. Schauen Sie auf aktive Nutzer, nicht auf Lizenzen.
  • Was bringt es? Vergleichen Sie die Messgröße von vor dem Start mit dem heutigen Stand, zum Beispiel Bearbeitungszeit oder Fehlerquote.
  • Was kostet es wirklich? Rechnen Sie Lizenzen, Nutzung nach Verbrauch, interne Arbeitszeit und externe Hilfe zusammen.
  • Wo liegen die Daten? Prüfen Sie, welche Daten in welche Werkzeuge fließen und ob Verträge zur Auftragsverarbeitung vorliegen.
  • Wer prüft die Ergebnisse? Legen Sie fest, welche Ausgaben ein Mensch freigibt, bevor sie das Haus verlassen.
  • Was wird gestoppt? Jede Liste braucht mindestens eine Streichung. Das schafft Raum für Besseres.

Wie Sie das Ergebnis lesen

Ordnen Sie jedes Projekt in eines von drei Feldern ein. Grün sind Projekte mit messbarem Nutzen und klarer Verantwortung, sie werden ausgebaut. Gelb sind Projekte mit offenen Fragen, sie bekommen ein Datum für die Entscheidung, höchstens drei Monate. Rot sind Projekte ohne Nutzung oder ohne Verantwortliche, sie werden beendet oder neu aufgesetzt.

Laut Bitkom haben nur 21 Prozent der Unternehmen eine formale KI-Strategie. Der Halbjahres-Check ersetzt sie nicht, ist aber ein belastbarer Anfang. Wenn Sie nach den sieben Fragen merken, dass Ziele oder Zuständigkeiten fehlen, ist das ein brauchbares Ergebnis. Dann ist die nächste Aufgabe nicht ein weiteres Werkzeug, sondern die Strategie auf einer Seite.

Ein Hinweis zum Gespräch im Team

Was Sie danach festhalten sollten

Schreiben Sie zu jedem Projekt drei Zeilen auf: Stand, Entscheidung und Verantwortliche. Legen Sie einen Termin für die nächste Runde fest, am besten im September. Wer den Check zweimal im Jahr durchführt, erkennt Muster, etwa Werkzeuge, die regelmäßig ungenutzt bleiben, und kann künftige Käufe gezielter planen.

Führen Sie die Runde ohne Schuldzuweisung. Pilotprojekte dürfen scheitern, wenn daraus eine Erkenntnis folgt. Halten Sie in einem Satz pro Projekt fest, was Sie gelernt haben. Das ist die wertvollste Zeile der ganzen Liste, weil sie beim nächsten Vorhaben Zeit spart.

Quellen

Wo steht Ihr Unternehmen?

Der Readiness-Check zeigt in wenigen Minuten, welche Voraussetzungen für den KI-Einsatz schon stehen.