Hannover Messe 2026: Industrial AI im Alltag der Fertigung
Die Hannover Messe 2026 zeigte KI als Anwendung in der Produktion, bei kleinerem Publikum. Eine Einordnung für den Mittelstand.
Makrotrends · 27. April 2026

Die Hannover Messe 2026 lief vom 20. bis 24. April unter dem Leitthema Think Tech Forward. Künstliche Intelligenz zog sich durch alle Hallen, mit einem Schwerpunkt auf Physical AI: KI, die über Sensoren, Greifer und Steuerungen in der physischen Welt handelt. Partnerland war Brasilien.
Die Deutsche Messe meldet rund 110.000 Besucher, nach 123.000 im Vorjahr. Etwa 40 Prozent kamen aus dem Ausland, vor allem aus China, Brasilien, den USA, Japan und Südkorea. Die Zahl der Aussteller ging um etwa ein Viertel zurück, auf rund 3.000. Als Grund nennt die Messe unter anderem Warnstreiks im Luft- und Nahverkehr, die die Anreise an den ersten Tagen erschwerten. Aus der Landespolitik kam Kritik am Ergebnis. 2027 wird die Messe von fünf auf vier Tage verkürzt und findet vom 5. bis 8. April statt.
Messechef Jochen Köckler sagte sinngemäß, die Technologien seien verfügbar und die Ansätze erprobt, nun gehe es um konsequente Umsetzung. Unter den Gästen waren Bundeskanzler Friedrich Merz und Brasiliens Präsident Lula da Silva.
Die Aussage der Messeleitung deckt sich mit dem, was wir in Gesprächen mit Fertigungsbetrieben erleben: Es fehlt seltener an Technik als an Umsetzung. Physical AI, also Roboter, die flexibel greifen, und Systeme, die Anlagen selbst steuern, sind vielerorts noch Pilotprojekte. Wo sie laufen, braucht es Sensorik, saubere Daten und klare Sicherheitskonzepte.
Für die meisten Mittelständler ist das der falsche erste Schritt. Wirkung haben im Alltag eher Dinge, die weniger spektakulär klingen: Angebotserstellung, Auftragsprüfung, Dokumentation, Wissenszugriff im Service, Instandhaltungsplanung.
Dass Messen weniger Besucher ziehen, ist keine Aussage über das Interesse an KI. Viele Informationen gibt es heute online. Eine Messe lohnt sich, wenn Sie mit einer konkreten Frage hinfahren und Gespräche vorab vereinbaren. Wer ohne Fragen anreist, nimmt vor allem Prospekte mit.
Wählen Sie ein Thema aus Ihrer Nachbereitung und prüfen Sie es innerhalb von vier Wochen an einem echten Fall. Ein kleiner, belegter Schritt zählt mehr als eine Liste mit zwanzig Ideen.