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Strategie · 19. Mai 2026

KfW: Wer KI nutzt, hat vorgearbeitet

Eine KfW-Analyse zeigt, welche mittelständischen Unternehmen KI nutzen. Das Ergebnis ist unbequem und praktisch.
Messingkompass auf dunkelgrünem Moos

Strategie 2 Min. Lesezeit Von Alexander Otto

StrategieDaten ragMittelstandKennzahlen

KfW Research hat am 11. Februar 2026 die Analyse „Einsatz von Künstlicher Intelligenz vor allem in Unternehmen mit hohen Innovations- und Digitalisierungsaktivitäten“ (Fokus Volkswirtschaft Nr. 533) veröffentlicht. Sie beruht auf dem KfW-Mittelstandspanel. Die Zahlen sind für Planungsgespräche im Frühjahr hilfreicher als manche Marktumfrage, weil sie nach Merkmalen der Unternehmen auswerten.

Die wichtigsten Zahlen

  • 20 Prozent der mittelständischen Unternehmen nutzen KI. Das ist das Fünffache gegenüber dem Stand vor sechs Jahren.
  • Wer weder Hochschulabsolventen beschäftigt noch Innovationen betreibt, nutzt KI nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 8 Prozent.
  • Bei Unternehmen mit eigener Forschung und Entwicklung liegt der Wert bei 33 bis 38 Prozent.
  • Unternehmen mit Digitalisierungsstrategie nutzen KI zu 35 Prozent, solche ohne Digitalisierungsaktivitäten in den letzten drei Jahren zu 19 Prozent.

Was daraus folgt

Die Autoren halten fest, dass Unternehmensgröße und Branche eine untergeordnete Rolle spielen, sobald man Innovations- und Digitalisierungsaktivitäten berücksichtigt. KI läuft dort, wo Daten ordentlich vorliegen, Rechenleistung zur Verfügung steht und Know-how im Haus ist. Das deckt sich mit unserer Beobachtung: Der Engpass liegt selten im Werkzeug, häufiger in Ablage, Schnittstellen und Zuständigkeiten.

Für Betriebe, die noch am Anfang stehen, ist das eine gute Nachricht. Die Vorarbeit lässt sich planen und kostet weniger als die späteren Korrekturen eines übereilten Projekts.

Drei Vorarbeiten, die sich auszahlen

  • Daten auffindbar machen: Wo liegen Verträge, Angebote, Prüfberichte und Servicehistorien, und in welchem Format?
  • Eine Person benennen, die Digitalisierungsvorhaben bündelt, auch wenn es keine eigene IT-Abteilung gibt.
  • Einen kleinen, wiederkehrenden Prozess dokumentieren, der später als erster Anwendungsfall dienen kann.

Was die Studie nicht sagt

Die KfW-Daten beschreiben, wer KI nutzt, nicht ob sich der Einsatz rechnet. Die Autoren halten den bisherigen Beitrag der KI zum Wachstum noch für gering. Eine Modellrechnung nennt für 2037 ein um rund 12,8 Prozent höheres Bruttoinlandsprodukt, falls sich KI im Unternehmenssektor weiter verbreitet. Das ist ein Szenario und keine Prognose für Ihren Betrieb. Für Ihre Planung zählt die eigene Messung.

Die Studie zeigt außerdem, dass einfache Anwendungen überwiegen: Texterzeugung und Texterkennung sind die häufigsten Technologien, anspruchsvolle Datenanalyse spielt kaum eine Rolle. Das spricht dafür, mit Aufgaben zu beginnen, die ohnehin aus Text bestehen, etwa Angebote, Korrespondenz oder Protokolle. Dort ist der Nutzen schnell sichtbar und das Risiko überschaubar.

Die Kernzahlen der Studie haben wir bereits im März kurz vorgestellt: KfW Fokus 533: Jeder fünfte Mittelständler nutzt KI. Hier geht es um die Vorarbeiten.

Quellen

Wo steht Ihr Unternehmen?

Der Readiness-Check zeigt in wenigen Minuten, welche Voraussetzungen für den KI-Einsatz schon stehen.