Zum Inhalt springen
Strategie-Call buchen

KI-Grundlagen · 29. Juli 2026

KI-Kompetenz: Artikel 4 nach dem Omnibus

Die Pflicht zur KI-Kompetenz ist abgeschwächt, aber nicht verschwunden. Wie ein schlanker Schulungsplan aussehen kann.
Matte Röhre mit gelbem Streifen, unten verknotet, oben als klare gerade Bahn

KI-Grundlagen 3 Min. Lesezeit Von Alexander Otto

EU AI ActWeiterbildungFührung & KulturGovernance

Die Verordnung (EU) 2026/1744, der Digital Omnibus on AI, ist seit dem 27. Juli 2026 in Kraft. Sie wurde am 24. Juli im Amtsblatt veröffentlicht. Für Unternehmen, die KI einsetzen, ist eine Änderung im Alltag besonders spürbar: Artikel 4 zur KI-Kompetenz.

Was sich geändert hat

Vorher mussten Anbieter und Betreiber sicherstellen, dass ihre Beschäftigten über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Nun sollen sie Maßnahmen ergreifen, um KI-Kompetenz zu fördern. Individuelle Mindeststandards werden nicht mehr verlangt, der Umfang darf sich am Risiko orientieren. Nach Darstellung von ActiveMind steht im Gesetzestext nun ausdrücklich, dass es dafür kein eigenes Bußgeld und keine Nachweispflicht gegenüber Behörden gibt. Ich empfehle, das bei Bedarf mit einem Fachjuristen zu prüfen.

Warum Sie trotzdem planen sollten

Eine schwächere Pflicht ändert nichts an der Praxis. Wer Mitarbeitenden Werkzeuge gibt, ohne zu erklären, was sie dürfen und wo die Grenzen liegen, bekommt Schatten-KI, Datenschutzfehler und widersprüchliche Ergebnisse. Und wenn ab dem 2. August die Transparenzpflichten gelten, müssen viele Teams wissen, was sie kennzeichnen sollen.

Checkliste für einen schlanken Schulungsplan

  • Rollen: Wer nutzt KI im Alltag, wer entscheidet über Einführung, wer verantwortet Datenschutz?
  • Grundlagen für alle: Eine Stunde zu Funktionsweise, Grenzen, Halluzinationen und der Frage, welche Daten nicht in ein Tool gehören.
  • Vertiefung für Anwender: Zwei bis vier Stunden zu den tatsächlich genutzten Werkzeugen und typischen Aufgaben des Teams.
  • Vertiefung für Entscheider: Risiken, Haftung, Transparenzpflichten, Budget.
  • Nachweis: Eine einfache Liste mit Datum, Thema und Teilnehmenden. Sie dient der internen Steuerung, nicht der Behörde.
  • Wiederholung: Einmal im Jahr kurz auffrischen, bei neuen Tools sofort kurz einweisen.

Ein Wort zur Dosierung

Ein Tag Schulung für alle ist selten sinnvoll. Besser sind kurze Einheiten, die an echte Aufgaben anknüpfen. Wer in der Buchhaltung arbeitet, braucht andere Beispiele als jemand im Vertrieb. Bauen Sie ein Schulungsformat, das die Beschäftigten selbst als nützlich empfinden. Dann klappt auch die Wiederholung.

Zum Abschluss ein Hinweis aus der Praxis: Schulungen wirken vor allem dann, wenn Führungskräfte selbst teilnehmen. Wenn die Geschäftsführung zeigt, wie sie KI nutzt und wo sie ihre Grenzen sieht, folgen die Teams viel eher. Das kostet zwei Stunden und ist häufig der wirksamste Teil des gesamten Plans.

Wir haben das Format für mittelständische Teams so gebaut, dass es in den Arbeitsalltag passt.

KI-Kompetenz in drei Beiträgen: Artikel 4 verstehen (Januar); Schulungskonzept (Juni).

Quellen