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KI-Grundlagen · 19. Juni 2026

KI-Nutzungszahlen richtig lesen

Destatis, Bitkom, ifo und KfW nennen unterschiedliche Quoten. Eine Lesehilfe, damit Sie mit den Zahlen sinnvoll planen.
Matte Röhre mit gelbem Streifen, unten verknotet, oben als klare gerade Bahn

KI-Grundlagen 3 Min. Lesezeit Von Alexander Otto

StrategieKennzahlenMittelstandKI-Strategie

Wer in diesem Jahr nach der KI-Nutzung in deutschen Unternehmen sucht, findet Zahlen zwischen 20 und 55 Prozent. Das wirkt widersprüchlich, ist es aber meist nicht. Die Erhebungen messen Verschiedenes, zu unterschiedlichen Zeitpunkten und bei unterschiedlichen Unternehmen.

Die vier Zahlen im Überblick

  • Destatis: 26 Prozent der Unternehmen nutzten 2025 KI, nach 20 Prozent im Jahr zuvor. Nach Größe: 23 Prozent bei 10 bis 49 Beschäftigten, 36 Prozent bei 50 bis 249, 57 Prozent ab 250. Stand der Daten: 24. November 2025.
  • KfW: 20 Prozent der mittelständischen Unternehmen nutzen KI (Fokus Nr. 533, Februar 2026).
  • Bitkom: 41 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten (Befragung „Digitalisierung der Wirtschaft“ unter 604 Unternehmen, veröffentlicht am 11. März 2026). Bitkoms eigene KI-Umfrage vom September 2025 kam auf 36 Prozent, auch innerhalb eines Verbands hängt die Quote also an Fragestellung und Erhebung.
  • ifo: 54,5 Prozent der befragten Unternehmen im Mai 2026.

Warum sie auseinanderliegen

  • Zeitpunkt: Die Destatis-Zahl beschreibt das Jahr 2025, die ifo-Zahl den Mai 2026. In einem Markt, der sich schnell verändert, liegen Monate dazwischen.
  • Unternehmensgröße: Destatis erfasst ab 10 Beschäftigten, Bitkom ab 20. Kleine Betriebe senken die Quote, weil sie laut Destatis seltener KI nutzen.
  • Definition: Die Destatis-Erhebung fragt nach bestimmten KI-Technologien. Eine Umfrage, die auch einfache Assistenten einschließt, kann auf höhere Werte kommen.
  • Zielgruppe und Methode: Eine amtliche Erhebung der Statistikämter ist etwas anderes als eine Verbandsbefragung oder eine Konjunkturumfrage.

Welche Zahl Sie verwenden sollten

Für Vergleiche mit Ihrer Branche und Größenklasse eignet sich Destatis, weil die Methodik offen und über Jahre stabil ist. Für die Stimmung im laufenden Jahr sind ifo und Bitkom näher am Geschehen. Für den Mittelstand im engeren Sinn ist die KfW die passendste Quelle.

Wichtiger als jede einzelne Quote ist der Trend. Alle vier Quellen zeigen einen deutlichen Anstieg. Für Ihre Entscheidung ist das die belastbare Aussage: Ein Unternehmen, das heute keine KI nutzt, gehört zu einer schrumpfenden Gruppe.

Eine Faustregel für Präsentationen

Nennen Sie in Vorlagen für die Geschäftsleitung immer Quelle, Jahr und Größenklasse der Zahl. Mischen Sie keine Quoten verschiedener Erhebungen in einer Grafik. Wer sauber zitiert, vermeidet Rückfragen und gewinnt Glaubwürdigkeit, gerade bei Zahlen, die so unterschiedlich ausfallen.

Nutzen Sie die Zahlen für ein internes Gespräch, nicht als Beleg für einen Kauf. Fragen Sie in Ihrem Betrieb nach, wer KI wofür einsetzt, wie oft und mit welchem Ergebnis. Diese Antwort sagt mehr über Ihre Lage als jede Marktquote.

Quellen

Wo steht Ihr Unternehmen?

Der Readiness-Check zeigt in wenigen Minuten, welche Voraussetzungen für den KI-Einsatz schon stehen.