Zum Inhalt springen
Strategie-Call buchen

Strategie · 21. Juli 2026

Gesprächsnotiz: drei Fragen zu KI im Sommer

Eine Notiz von Alexander Otto zu den Fragen, die in Erstgesprächen mit Geschäftsführern derzeit am häufigsten fallen.
Zwei Personen gehen in der Ferne durch einen begrünten Säulengang

Strategie 3 Min. Lesezeit Von Alexander Otto

Interview notizStrategieFührung & KulturEU AI Act

Notiz von Alexander Otto. Ich halte hier fest, welche Fragen in meinen Gesprächen mit Geschäftsführern im Mittelstand zuletzt am häufigsten fielen und was ich dazu antworte. Es sind keine Zitate einzelner Personen, sondern wiederkehrende Fragen.

Welches Modell sollen wir nehmen?

Meine Antwort: zuerst die Aufgabe, dann das Modell. Der Juni hat mit Claude Fable 5 ein Spitzenmodell gebracht, das doppelt so viel kostet wie Opus 4.8. Das Modell mit den besten Testwerten ist selten das mit dem besten Verhältnis aus Qualität und Preis für Ihre Aufgabe. Ich rate, mit dem günstigeren Modell zu beginnen und nur dort höher zu gehen, wo die Qualität nicht reicht. Und die Anwendung so zu bauen, dass sich das Modell später austauschen lässt.

Was kostet uns das wirklich?

Bitkom hat im Frühjahr gemessen, dass 33 Prozent der Unternehmen KI teurer fanden als erwartet. Ich sehe den Grund selten bei den Lizenzen. Teuer wird es, wenn Arbeitszeit für Anpassung, Schulung und Nacharbeit nicht eingeplant ist. Mein Rat: Rechnen Sie vor dem Start einen konkreten Prozess durch, mit der heutigen Bearbeitungszeit, der erwarteten Zeitersparnis und den laufenden Kosten. Wenn die Rechnung nicht trägt, ist es besser, das früh zu wissen.

Müssen wir ab August etwas kennzeichnen?

Wenn Sie einen Chatbot oder Telefonassistenten einsetzen, ja: Menschen müssen erfahren, dass sie mit KI sprechen. Das gilt ab dem 2. August 2026. Wer KI-generierte Bilder, Videos oder Texte zu öffentlichen Themen veröffentlicht, sollte sich den Praxiskodex der EU-Kommission vom 10. Juni ansehen. Für die maschinenlesbare Markierung bei bereits eingesetzten Systemen gibt es nach dem Digital Omnibus eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026. Ich bin kein Rechtsanwalt, bei Zweifeln gehört ein Fachjurist dazu.

Was ich daraus mitnehme

Die Fragen drehen sich weniger um Technik als um Verantwortung: Wer entscheidet, wer zahlt, wer haftet. Wer diese drei Fragen intern beantwortet hat, hat den schwierigeren Teil gelöst. Die Modellwahl lässt sich danach in einem Nachmittag klären.

Ein Gedanke noch zum Schluss: Viele Fragen entstehen, weil sich die Lage schnell verändert. Das Wichtigste ist dann nicht die perfekte Antwort, sondern ein Rhythmus, in dem Sie Entscheidungen überprüfen. Ich empfehle, einmal im Quartal eine Stunde dafür einzuplanen: Welche Werkzeuge nutzen wir, was kosten sie, was hat sich rechtlich geändert?

Wenn Sie eine dieser Fragen für Ihren Betrieb durchsprechen möchten, vereinbaren Sie einen Strategie-Call.

Quellen